2004/ Niederösterreichische Landesgartenschau 2008 in Tulln

In Tulln soll im Zwickel zwischen nördlich angrenzender Donau, westlich gelegener großer Tulln, südlich benachbartem Messegelände und östlich gelegener Stadt ein Gartenschaugelände entstehen. Heute ist dieses Gelände ein durch anthropogene Einflüsse entstandener Wald , welcher durch Deiche vor auwaldtypischer Überschwemmung geschützt wird und durch Einzug nichtheimischer Gehölze in seinem vegetationsökologischen Profil verändert ist.


Vision
Wir wollen das Wettbewerbsgebiet für die ZEITGENÖSSISCHE INTERPRETATION DES AUWALDES mit MÄANDERN UND INSELN aus Gärten und Wasser und Hochstaudenfluren und Wiesen und Wegen und Plätzen nutzen.
Bei der Schaffung von Inseln und Mäandern kann man schonend mit dem vorhandenen Gehölzbestand umgehen und somit die negativen Folgen der Implantierung der Gartenschau in den bestehenden Wald minimieren bzw. schonend lenken.
Wir schaffen Inseln, die flexibel nutzbar sind, die vergrößerbar und erweiterbar sind und auch leicht umgenutzt werden können, denn im ursprünglichen Sinne sind die MÄANDER UND INSELN immer im Wandel gewesen. Die Inseln sind in der Ausrichtung der ursprünglichen Hauptfließrichtung der Tulln nachempfunden und unterstützen und verstärken die schon vorhandene städtebauliche Struktur der Stadt Tulln.



 

Zur Hervorhebung der Bedeutung der Messe Tulln wird, als einziges strenges architektonisches Element, eine städtebauliche Achse geschaffen, die auf die nord-süd-gerichtete Messehauptachse Bezug nimmt. Diese Achse verbindet die Messe mit der Landesgartenschau und fördert die, aus unserer Sicht günstigen Synergieeffekte zwischen Messestandort und Gartenschau und lässt sowohl eine flexible Einbeziehung bzw. Integration der Messe in die Gartenschau wie auch die umgekehrte Konstellation zu.
Im Zentrum des Gartenschaugeländes wird es einen knapp 250 Meter langen SCHWEBENDEN WEG geben, dessen Höhepunkt ein AUSSICHTSTURM bilden wird, von welchem sich die INSELN UND MÄANDER der Gartenschau betrachten lassen. Somit lassen sich von dort die Hauptattraktionen des Geländes einsehen.
Die wesentliche, wenn nicht wichtigste Funktion des Turmes ist es, dem Besucher die Verbindung des Gartenschaugeländes, des Parkgeländes sowie zur großen Tulln und zur Donau zu ermöglichen, auch wenn es in diesem Fall natürlich nur um eine Verbindung optischer Art handeln kann. Auf diesem Weg wird die Vision des Entwurfes für den Besucher erlebbar und erspürbar. Aus der Hauptidee der Auseinandersetzung mit dem INSELMÄANDER-THEMA ergeben sich zahlreiche Verknüpfungen mit dem Thema Ökologie und hier natürlich im Besonderen mit dem Thema Wald.

Wir stellen uns vor, dem Betrachter einen neuen Zugang,einen anderen Blick auf das Thema Ökologie zu ermöglichen, indem wir mit diversen gestalterischen Mitteln ( Vogelperspektive, Neue Waldformen u. dgl.) die gewohnte- gewöhnliche Betrachtungsebene verlassen und alltägliche Sichtweisen in Frage stellen.
Wir werden im Übergang vom Schaugelände zum Wald den Besucher mit einem Regenwald und einem Sonnenwald überraschen und dies als Aufhänger für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Thematik Wald und Ökologie nutzen.