Als Projektleiter bei Landschaftsarchitekturbüro Därr, Halle (Saale)

Kloster Helfta

Projekt: Kloster St. Marien zu Helfta, Lutherstadt Eisleben
Wiedererrichtung des Klosters und des FREIRAUMES
Ort: Lindenstrasse 36
06295 Eisleben
Bauherr: Bistum Magdeburg
Bischöfliches Ordinariat
Leistungen: Leistungsphasen 1 bis 8 gem. HOAI
Areal: Gesamtflächen entsprechend ca. 7,95 ha
Kernbereich ca. 2,18 ha
Bauvolumen: ca. 1,65 Mio. Euro (Aussenanlagen gesamt)

Projektzeitraum: 1999 bis 2003 (Realisierung in Bauabschnitten)

Planungspartner und Baubeteiligte:
Projektsteuerung und Oberbauleitung: Dipl.-Ing. Schleif, Drensteinfurt
Hochbauplanung: Architekten Maas und Partner, Münster
Haustechnik: Ingenieurbüro Albrecht, Kammlach
Freianlagenbau: GPL Gesellschaft für Garten-,Park- und
Landschaftsgestaltung mbH, Schkopau
Hochbau: Phillipp Holzmann AG, Münster


 

Kurzbeschreibung, geschichtlicher Hintergrund
Sicher ist es ein seltener Umstand, dass ein Kloster wiedererrichtet wird und es stellt sich dem unbedarften Betrachter die Frage, wie es zu diesem Umstand kam. Es folgt daher hier ein kurzer geschichtlicher Abriss.
Das Kloster Helfta ist ein Cistercienserinnenkloster mit Ursprung im 13. Jahrhundert, in welchem sich auch gleichzeitig die geschichtliche Bedeutsamkeit entwickelte.
Die drei Frauen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn, Gertrud (Die Große) von Helfta haben den Ruf von Helfta begründet und dem Kloster zu großer Ehre verholfen.
So wurde es dann auch zu der Zeit als "Krone der deutschen Frauenklöster", berühmt durch die wissenschaftliche Bildung der Ordensfrauen und deren Christusmystik.
Doch schon im 14. Jahrhundert wurde das Kloster verwüstet und seither nicht mehr als Klosteranlage geführt. Später wurde es zur preußischen Staatsdomäne und schließlich zu DDR-Zeit zum Volkseigenen Gut.


 

Erst nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten entwickelte sich wieder Interesse an der klösterlichen Geschichte und es entstanden Förderkreise und daraus schließlich der Verband der Freunde des Klosters Helfta. Im Jahre 1994 gelangte das Kloster wieder in Kirchenbesitz.
Der Wiederaufbau des Klosters wurde beschlossen und in der nachfolgenden Zeit wurden in einem Masterplan Plangrundlagen für ein tragfähiges Konzept entwickelt. Mit den Bauarbeiten im und um das Kloster wurde schließlich 1998 begonnen. Der stufenweise Ausbau in Bauabschnitten setzt sich bis heute fort, jedoch sind die grundlegenden Bauarbeiten abgeschlossen.
Die freiraumplanerische Arbeit im Kloster erforderte grundsätzlich eine weitgehende Auseinandersetzung mit den funktionalen Erfordernissen der Architektur. Den Kernbereich des klösterlichen Freiraumes bildet der Klosterteich, dessen Historie auf die Gründungszeit des Klosters zurückgeht.


 

Das Gebäudeensemble des innneren Klosterbereiches gruppiert sich um den Teich und die Platz- und Wegefläche erschließen sowohl die Gebäude sowie sie auch zum Flanieren um den Teich einladen. In unmittelbarer Nähe gliedert sich das Pilgerforum an, eine große freie Fläche, die sowohl Veranstaltungen ermöglicht wie auch Freiraum für z. b. temporäre Kunstaktionen bietet. Im weiteren Umfeld gliedern sich die Freiflächen zu Hotel und Restaurant, Damenstift, Betreutem Wohnen und den weiteren Einrichtungen an. Zur infrastruktuellen Erschließung wurden ein Busparkplatz mit 14 Stellplätzen sowie ein Besucherparkplatz an der Periperie des Klostergeländes geschaffen. Einen großen Teil des Klostergeländes machen die Auwiesen im südlichen Klosterbereich aus, wo sich ein weiterer großer Teich befindet. Dieser Teil wurde weitestgehend belassen. Hier wurden einige Veränderungen vorgesehen, um einen kleinen Klostergarten zu schaffen, desweiteren wurde im Wiesenbereich eine Freiluftandachtstätte, ein Klosterfriedhof und ein Labyrinth sowie ein Wegenetz zur Erschließung geschaffen.