2004/ Bad Homburg v.d.H. – Wiederherstellung
des Überganges vom Schlosspark zur Tannenwaldallee
Wir begreifen das gestellte Thema als
visuelles Thema.
Wir definieren im Themenzusammenhang unsere Gesellschaft als Mobilitätsgesellschaft,
in der mit dem großen Nutzen der Mobilität auch deren
Nachteile einhergehen.
Die Gesellschaft der Landgrafen hatte dagegen Ende des 18. Jahrhunderts
das Bedürfnis, die Landschaft als großen Garten zu
begreifen und schaffte daraufhin auf Basis des Vorbildes der englischen
Landschaftgärten eines der bedeutsamsten deutschen Gartenreiche.
Aus diesem Wertewandel ergibt sich in der konkreten Situation
ein erheblicher Konflikt, da sich diese beiden epochialen Ansprüche
gewissermaßen kreuzen.
Wir werden den Konflikt auf visueller Ebene thematisch behandeln.
Der sehbare Bereich des menschlichen Auges liegt bei etwa 150°.
Dies ist im Alltagsleben wichtig für die ganzheitliche Wahrnehmung,
schafft aber bei der Konzentration auf bestimmte Bereiche im Sichtfeld
auch Ablenkungsmöglichkeiten. Steht man heute auf der Achse
Tannenwaldallee am Hindenburgring , ist durch die derzeitige Situation
keine Konzentration auf die historische Achse möglich, weil
das Auge des Betrachters mit Bewegungsreizen der angrenzenden
Hauptverkehrsachse überflutet wird. Durch ein Fenster zur
Tannenwaldallee schaffen wir eine Focussierung des Auges auf den
achsialen Ausschnitt. Die störenden Bewegungsreize werden
ausgeblendet. Die Tannenwaldallee wird förmlich zu einer
Art Landschaftsbild mit Rahmen, durch welches die Autos wie Spielzeuge
hindurchhuschen. Wir erreichen dieses Bild durch einen großflächigen
vegetativen Block, welcher mit einem Sichtfenster sowie mit Informationen
aufwartet. Weiter abseits des Hauptsichtfeldes gibt es weitere
Fenster, welche sich mit der Sichtweise des Betrachters auseinandersetzen.
Auf dieser gestalterischen Basis werden wir ein ganzheitliches
Konzept für die Gartenlandschaft schaffen, welches dem Besucher
eine Auseinanderseztung mit der Vielzahl der geschichtsträchtigen
Orte im Bereich der Tannenwaldallee ermöglicht. Stationen
in Gestalt des vegetativen Blockes folgen der Tannenwaldallee
wie einem roten bis zu ihrem Endpunkt am Limes. Die Grundgestalt
wird einen hohen Wiedererkennungswert für den Besucher sicherstellen,
wobei gleichzeitig durch die hohe Gestaltungsflexibilität
des Einzelelementes ein guter Bezug auf den jeweiligen Ort sichergestellt
wird.
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